Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dorf

Garnstories Anke Mönning Samy

Anke: „Mit Wolle Geld verdienen“

Es gibt Kombinationen, die sich so unwahrscheinlich anhören, dass man als interessierter Reporter sofort darauf anspringt. Über eine gemeinsame Freundin in Hamburg hatte ich von Anke Mönning erfahren. Sie hatte viele Jahre in Hamburg verbracht und in Redaktionen gearbeitet. Seit kurzem lebt sie allerdings in Hoheneggelsen, einem Dorf im Landkreis Hildesheim. Dort präpariert und färbt sie Rohwolle und verkauft diese Wolle über den Online-Shop „Garnstories“ . Anders als man denken könnte, ist das allerdings kein kleiner Selbstverwirklichungs-Kruschtel-Laden. Anke ist mit dem Shop nämlich innerhalb weniger Monate voll durchgestartet, hat zwei Angestellte (plus einen sehr netten Hund) und versendet in die ganze Welt. Besuch bei einer Unternehmerin. At home bei Woll-Anke M: Also was ich besonders interessant finde bei deinem Werdegang, das sind zwei Aspekte. Der eine ist deine Geschäftsidee oder vielmehr, welche Faktoren du für den Erfolg der Idee für entscheidend hältst. Und der zweite ist dein Umzug aufs Land, und wie es dir hier ergeht. A: Sehr gut. Fangen wir mit dem Geschäft an. M: Wie bist du eigentlich darauf gekommen, etwas mit Wolle …

Bauernhof Landwirtschaft Trecker

Arndt: „Raps ist eine politische Pflanze“

Als ich Arndt in Gittelde am niedersächsischen Harzrand besuche, ist das einer der Tage, die in diesem Sommer bislang so selten waren. Milchig ist das Licht, und die Sonne bleibt hinter den Wolken verschwunden. Dabei wird es darunter so schwül, dass die Blinden Fliegen mit Freuden zustechen. Arndt ist Landwirt und gehört damit, so seltsam es sich anhören mag, einer aussterbenden Gattung an. Schaute früher „aus jeder Haustür eine Kuh heraus“, wie Arndt mir erzählt, gibt es heute im Dorf nur noch drei Familien, die ausschließlich von der Landwirtschaft leben. Obwohl sich die Menschen immer mehr dafür interessieren, was sie essen und wie die Umwelt beschaffen ist, wissen immer weniger, was ein Landwirt eigentlich macht. Zeit für ein Interview. M: Arndt, wie steht der Weizen? A: So mittelprächtig, würde ich sagen. Es hat lange nicht geregnet hier oben, das gefällt dem Getreide natürlich nicht. Der Mais macht dafür gute Forschritte, man muss sich wundern. Aber den haben wir auch relativ spät gesät. Mais braucht viel Wärme, und die haben wir in diesem Jahr. M: Was …