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Schmetterlinge 2018

Die Schmetterlingssaison 2018 – eine Fotostory

Meine Begeisterung für Schmetterlinge war schon groß, als ich kaum den einstelligen Lebensjahresabschnitt verlassen hatte. Wie so oft bei Interessen aus der Kindheit, hatten sich in der Zwischenzeit aber andere Dinge breitgemacht, die sich als „wichtiger“ und „vernünftiger“ gerierten. Viele davon sind es wahrscheinlich aber gar nicht. Das seelische Gleichgewicht, so sagt mir meine bisherige Erfahrung, stellt sich dann am ehesten ein, wenn man sich in einer Materie bewegt, bei der Alter, Geschlecht oder Herkunft einfach nicht existieren. Also ziehe ich wieder los, um Schmetterlinge zu fotografieren. Ich nehme dabei immer dieselbe Route. Mein Spaziergang führt mich im mittelfränkischen Landkreis Roth am Waldrand um eine Feld- und Wiesenfläche herum. Langweilig ist mir dabei nie. Den Wandel der Jahreszeiten kann ich nämlich am besten dann nachvollziehen, wenn ich dieselbe Stelle mehrmals im Jahr sehe. Hier folgen also ein paar Fotos, die ich im Verlauf des Jahres 2018 aufgenommen habe – mit und ohne Schmetterlinge. März Mild fing er an, der Winter, und dauerte dann doch viel länger, als es mir eigentlich lieb ist. Mitte März gab …

Rotkehlchen

Vogelgesang zu Sonnenaufgang

Es gibt ja Meditations-CDs, auf denen Vogelgesang zu hören ist. Meist wird so etwas im Studio aus einzelnen Stimmen zusammenkomponiert. Sowas kann ich auch, dachte ich mir, und zwar gänzlich ohne Komposition. Als ich meine Eltern in Bilderlahe am Heber besuchte und per Zufall kurz nach drei Uhr nachts wach wurde (was mir sonst nie passiert), war mir klar, die Gunst der Stunde muss ich nutzen. Also habe ich mich schnell angezogen und bin zum Waldrand geeilt – mit dem Diktiergerät in der Hand. Unten am sogenannten „Waldparkplatz“ war es noch sehr dunkel. Selbstverständlich habe ich keinen Menschen getroffen, aber dafür rauschte der Bach ziemlich kräftig. Hier könnt ihr also nun 40 Minuten lang Vogelgesang zum Sonnenaufgang hören. Um genau 4:09 Uhr habe ich das Gerät eingeschaltet und bin dann den Weg auf dem Foto in Richtung Waldrand gegangen. Das Rauschen des Baches kann man in der Aufnahme auch im Hintergrund hören, vogeltechnisch scheint mir eine gewisse Amsellastigkeit wahrnehmbar zu sein. Vogelgesang Waldparkplatz Bilderlahe   Als es ein bisschen heller wurde, habe ich am Waldrand …

Distelfalter

Natur #1 – der Distelfalter

Die Legende geht so: Ich bin ein März-Kind, und sobald sich draußen die ersten Sonnenstrahlen des Frühjahrs zeigten, hat sich meine Mutter eine Decke geschnappt, sie in den Garten gelegt und mich darauf. Ich habe also ein bisschen in die Sonne geblinzelt und relativ früh damit angefangen, Gänseblümchen zu essen. „Gagabu“ habe ich die angeblich genannt. Auf diese Weise hätte ich mich dank frühkindlicher Prägung, so die Legende, zu einem Kind entwickelt, das zwar nicht so furchtbar gern mit den anderen gespielt hat, dafür aber umso lieber in der Natur unterwegs war. Das mit den Gänseblümchen habe ich zwar irgendwann aufgegeben, die allgemeine Naturbegeisterung aber nicht. Wenn ich eine schwierige Prüfung hatte, bin ich vorher eine Stunde lang spazierengegangen, um Konzentration und geistige Frische aufzutanken. Habe ich nach einer Idee für ein neues Projekt gesucht, ebenso. Und natürlich auch komplett zweckungebunden, also einfach schauen, was so des Weges daherkommt. Diesmal ist ein Distelfalter des Weges dahergekommen – oder vielmehr, er war zuerst da. Als ich einmal an der Loire war, habe ich dort gelesen, dass …